Biketour «Nationalpark Bike Marathon»

 Panorama beim Aufstieg nach «S-Charl». Leider weiss ich nicht genau, welcher «Piz» das nun ist… [Nikon Coolpix P7000]

So, zurück von einem genialen Weekend in Scuol. Am Freitag ging’s zusammen mit Bruno in’s Engadin mit dem Ziel, samstags die Originalstrecke des Nationalpark Bike Marathons zu fahren. Konkret warteten 138km und 4’010 Höhenmeter darauf bezwungen zu werden. Das Weekend wurde von Bruno gesponsert, quasi als vorzeitige Einlösung seiner Schulden aus dem verlorenen Wettkampf «Bruno vs Thomas». Bei besten Bedingungen reisten wir am Freitag über den Flüela ins Unterengadin und bezogen unsere Arven- Suite im ***Bikehotel «Bellaval», gleich beim Bahnhof. Nach einem ausgiebigen Nachtessen, natürlich mit viel Pasta, ging’s hoch ins Zimmer und es hiess alles parat machen für den grossen Tag – wenig später lagen wir auch schon im Bett am Träumen…

Die Details zu dieser Tour werden auf «Garmin Connect» angezeigt - einfach klickenDen ursprünglichen Plan, um 7 Uhr loszufahren, konnten wir nicht einhalten. Zu viel lag uns am ausgiebigen Frühstücken – war aber auch wichtig, nochmals alle Speicher zu füllen. Mit einer Stunde Verspätung fuhren wir um 8 Uhr bei bestem Wetter und bereits angenehmen Temperaturen los Richtung «S-Charl». Zur Tour selbst gibt’s eigentlich nicht viel zusagen, sie ist einfach traumhaft. Die Strecke um den Nationalpark ist herrlich gelegen, die Landschaft sehr abwechslungsreich. So spulten wir langsam unsere Strecke ab. Bei der «Alp Astras» bewies Bruno ein erstes Mal seine Sturzqualitäten, als er locker nach einer kurzen Pause, in der Trail Richtung «Pass Da Costainas» zum ersten Bergpreis einsteigen wollte… Der Sturz in Zeitlupe auf dem matschigen Trail direkt auf den Weidezaun ging aber glimpflich ab und selbst der Hüttenwart konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen ;-)

Nach dem Pass ging’s erst auf einem steinigen und leicht verblockten Trail die ersten Meter runter, wo wenig später auf dem Schotter mit viel Speed die bisher erkämpften Höhenmeter via «Lü» nach «Fuldera» vernichtet wurden.

Der nächste Aufstieg nach «Döss Radond» zog sich hin und von den Strapazen konnte selbst der herrliche Ausblick nicht ablenken. Trotzdem hatten wir stets auch Zeit zu quatschen auf dem Bike und es machte Spass, die Strecke gemeinsam zu absolvieren. Das «Val Mora» ist einfach ein Traum und wohl jeder der schon mal da oben war, wir dies bejahen! Die letzten Höhenmeter kämpfte Bruno hoch, irgendwie schien seine Energie kurzzeitig verloren gegangen zu sein. Kurze Zeit vorher beantwortete er meine Frage noch mit 7 von 10… Aber sein kämpfen lohnte sich – bald ging’s wieder runter auf herrlichen Schotterstrassen, schmalen Trails, tollen Waldwegen…

Steile Aufstiege, Abfahren mit viel Speed, eine Schlangenentdeckung sowie die Grenzüberquerung nach Italien standen an – und schon ging’s steil runter nach «Livigno», wo uns ein fast komplett leerer Stausee begrüsste. Ein komischen Anblick, wenn man den See nur gut gefüllt kennt. Im von Touristen überfüllten zoffreien Städtchen machten wir uns dann kurz auf, Energie zu tanken, Getränke aufzufüllen. Gut die Hälfte haben wir hinter uns. Mit dem Aufstieg zum «Chaschauna»-Pass stand nun jedoch der strengste Streckenabschnitt an…

Tja, so kam es dann auch, dass wir schon bald unser Bike den steilen Schotterpfad hoch schoben und immer wieder Verschnaufpausen einlegten. Es ist eigentlich unglaublich zu glauben, dass es wenige Biker gibt, welche hier effektiv hochfahren *Respekt* Nach ca. 1.5h schieben kehrten wir kurz unter dem Gipfel im Rifugio ein und genossen ein feines Süppchen zur Stärkung. Daneben quatschen wir mit anderen Bikern, welche jedoch die Nacht hier verbrachten und die Tour auf zwei Tage aufteilten. Für uns hier hiess es aber bald wieder weiterfahren und erst mal den Gipfel mit seinen 2’699m zu bezwingen.

Wenig später war auch dies geschafft und wir waren glücklich, uns nun bereits im Schlussspurt zu befinden. Erst mussten wir aber noch die verblockten und ausgewaschenen Trails nach dem Pass heil überstehen. Bruno tat der «Fussmarsch» sowie der Break gut und seine Speicher waren nun wohl wieder gefüllt – entsprechend motiviert ging’s weiter… Bis ihn ein Sturz wieder stoppte! Wir mussten beiden einfach nur lachen – ein Foto dazu könnt ihr oben abrufen (es ist nicht gestellt)…

Der Rest der Abfahrt nach «S-Chanf» war einfach nur der Hammer! Es zeigte sich jedoch auf dem Weg dann nach «Zernez», dass wir im Zeitplan effektiv einiges zurück liegen. Es gab nun die Variante a, die Strecke offiziell fertig zu fahren oder b, auf der Hauptstrasse abzukürzen und so vor 22 Uhr im Hotel anzukommen und noch was Richtiges zu Essen vorfinden… Klar, es musste b sein, da wir schon lange richtig Hunger hatten ;-) Entsprechend ging’s ab «Zernez» auf die Hauptstrasse und mit viel Speed nach «Scuol» zurück. Die erreichte Höchstgeschwindigkeit von knapp 70 km/h sagt wohl alles ;-) Um 21:20 Uhr waren wir dann zurück… Glücklich und zufrieden, auch wenn wir wegen dem Express-Ende die Marke der 4’000 Höhenmeter knapp verpassten.

Was für eine geile Tour! Ein toller Tag endete im Stress, möglichst schnell zu duschen und gleich wieder ins Restaurant zu düsen… Dafür schlugen wir ordentlich zu!

Den Sonntag genossen wir dann mit ausschlafen, im Bad Scuol zu chillen und dann gemütlich nach Hause zu fahren. Ich spürte, dass ich aktiv war, aber weder Schmerzen noch Muskelkater konnte ich feststellen. Ende August beim effektiven Marathon erwartet mich aber auch die offizielle Strecke und die muss ich mindestens 2:15 schneller absolvieren, damit ich nicht disqualifiziert werden… Aber ich fühl mich super fit und hab mir da klare Ziele gesetzt!

Danke Bruno, war ein geniales Wochenende und freu mich auf eine gelegentliche Wiederholung – big smile!

3 Gedanken zu „Biketour «Nationalpark Bike Marathon»“

  1. Schöner Bericht und tolle Leistung. Die Runde kenne ich zu gut von meinen 5 Teilnahmen am Rennen. Sie ist einfach super. Übrigens genialer Überflieger von Bruno :) Das muss man zuerst mal nachmachen. Wünsche euch jetzt schon viel Erfolg im Ernstkampf.

  2. Schöne Fotos… Das weckt Erinnerungen, als ich die Tour machte, jedoch die Weichei-Variante in drei Tagen! Wenn das Wetter mitspielt geht es im Herbst wieder mal nach Scuol.

  3. Unglaublich geniales Gebiet. Bin im Herbst dann wieder dort. Freu mich schon. Danke schon mal für die Impressionen!

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