Biketour «Schafälplitrail»

 Der lockere Teil ist geschafft und ich geniesse eine ersten Ausblick oberhalb der «Alp Scharmoin» über den kleinen Stausee auf die Valbella-Seite… - Nikon Coolpix P7000

Es ist schon länger her seit meinem letzten Bericht einer Biketour hier. Ich hoffe auf Besserung und das trotz Facebook etc. hier wieder mehr zu lesen/sehen ist. Zurück von der Expedition im Himalaya (Bilder und Berichte folgen bald) hatte ich Lust, wiedermal in der hiesigen Bergwelt ein wenig zu biken. Spontan entschied ich mich gestern, bei besten Bedingungen, in die Lenzerheide zu fahren. Eigentlich wollte ich nur «Bähnlen» und die Tiefenmeter auf meinen Lieblingstrails geniessen. Als ich dann aber vor Ort war, sah dies anders aus und für mich war klar, heute gibt’s kein Bahn, sondern Muskelkraft für den Aufstieg. Nach kurzer Überlegung war klar, es soll über den «Schafälplitrail» nach Arosa gehen und dann wieder zurück.

Die Details zu dieser Tour werden auf «Garmin Connect» angezeigt - einfach klickenGestartet bin ich auf dem Parkplatz der Rothornbahnen (1’496m). Der Aufstieg aufs Rothorn war ziemlich hart, vor allem im letzten Teil, dass als der lose Schotter und die steilen Rampen ein Schieben erzwangen. Der herrliche Ausblick entschädigte jedoch für die Strapazen. Allerdings dachte ich da ein paar Mal, dass es mit der Bahn doch viel bequemer gewesen wäre ;-)

Zu meiner Überraschung traf ich noch eine Kollegin vom Himalaya vor Ort, wobei ich sie nicht erkannt hätte. Sie fuhr mit ihrem Mann die Downhillstrecke vom Rothorn runter, während ich hoch schob. Mein «Kämpfe, kämpfe, khum-Shirt» verriet mich und mein Bike ist bekanntlich auch eher auffällig – war cool das kurze «Hallo» sagen und sehr überraschend!

Nach gut 2 Stunden war’s dann geschafft, knapp 1’400 Höhenmeter am Stück liegen hinter mir und ich bin endlich auf dem Parpaner Rothorn (2’861m) angekommen. Nun stand der Spass auf dem Programm und es hiess Sattel runter und Höhenmeter Richtung Arosa vernichten. Erst am «Totälpli» vorbei, durch «Gredigs Fürggli» (Tunnel wird aktuell renoviert, aber alles befahrbar) und dann auf den lang ersehnten «Schafälplitrail»! Das war der Hammer und zum Glück hatte es nur wenige Wanderer, welche im Weiteren bereits frühzeitig den Weg frei machten, mich freundlich grüssten, staunten und wohl selbst froh waren, dass sie nicht runter fahren mussten ;-) Aber da verpassten sie eine geniale lange Abfahrt auf einem super Trail, stets fahrbar, Glücksgefühle ausstossend und oft sehr anspruchsvoll!

Seitens Lenzerheide wird die Tour nicht umsonst wie folgt beschrieben: «Schwere und lange Hochgebirgsüberschreitung mit alpinen Übergängen nach Arosa auf teilweise exponierten und schmalen Pfaden. Absolute Bikebeherrschung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sowie Ausdauer notwendig.».

Beim «Älplisee» dann kurz den Blick nach oben genossen, nochmals zurück geschaut, wo der Spass begann… Die weitere Abfahrt nach Arosa war einfach zum Geniessen und nach einem kleinen Snack im Dorf, gings gleich weiter, schliesslich wollte ich wieder zurück. Die Fahrt führte mich auf einem stets gut fahrbaren Schotterweg durch idyllische Wälder und Landschaften ums Weisshorn herum zur «Ochsenalp» (1’936m), wo das schon lang erträumte Bündner Plättli genossen wurde! Wunderschon gelegen die Alp, toll renoviert und das Essen schmeckt einwandfrei – da muss ich wiedermal hin. Über «Löser» gings weiter nach «Tschiertschen», mal wieder auf Schotter, mal Asphalt und zwischendurch immer wieder tolle Trails und anspruchsvolle Anstiege in herrlicher Landschaft.

Beim «Joch» (2’020m) war dann der letzte Aufstieg geschafft und es ging auf dem Strässchen im Flug runter via Parpan bis zurück zum Parkplatz bei der Rothornbahn. Die Abfahrt war dann schon fast entspannend auf dem Belag und ich konnte die letzte Strecke noch geniessen und den Bauern beim Heuen zusehen.

Es war eine geniale, aber auch ziemlich strenge Tour. Der Trail nach Arosa entschädigte jedoch für alle Strapazen. Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht auch einen Rückweg via «Hörnlihütte» geben würde, muss ich wohl mal ausprobieren. Kann die Tour aber nur empfehlen, vor allem bei solch tollen Wetterbedingungen.

2 Gedanken zu „Biketour «Schafälplitrail»“

  1. Hallo Thomas

    Nicht nur dein Bikeshirt verriet dich, sondern wie du locker den anstrengenden Trail aufwärts gemeistert hast. Das nächste Mal bleibt es nicht nur bei einem kurzen Hallo, dann wirst du auch wissen, wo wir logierten (nicht in einem Himalayazelt mit vegetarischer Küche). Das nächste Mal gibt es mindestens einen Apéro. – Ja, du hast so eine richtige Tour, die nur für ,Cracks‘ vorbehalten ist, gemacht, super.

    Am Freitag waren wir dann mit dem Rennrad auf dem Albula und Flüela unterwegs. Da wir ja fast wieder Aprilwetter geniessen, sind wir zurück im Urnerland und arbeiten Liegengebliebenes auf.

    Ich wünsche dir eine gute Zeit

    Esther

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