«5-Seen-Wanderung»

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Für den letzten Samstag kündigten die Wetterfrösche bestes Herbstwetter an: Grund genug, mit der Freundin den Tag draussen beim Wandern zu geniessen und mal das Bike im Keller zu lassen. Nach einigem hin und her entschieden wir uns für die «5-Seen-Wanderung» im Pizol-Gebiet, welche ich schon lange mal machen wollte, nicht zuletzt auf Grund des Berichts sowie der Fotos eines Arbeitskollegen.

Die Details zu dieser Tour werden auf «Garmin Connect» angezeigt - einfach klickenWie immer will man dann früh raus und am Ende kommt es anders… Um 10.30 Uhr standen wir dann allerdings bei der Talstation der Pizolbahn in Wangs – das Auto auf dem gut besetzten Gratisparkplatz parkiert. Die empfohlene Option, die Wanderung im Gegenuhrzeigersinn zu machen, wurde dann bei der Talstation vernichtet, da die Dame am Bahnschalter meinte, es würde zeitlich ziemlich knapp, da wir bis 16 Uhr bei der Pizolhütte sein müsste (letzte Talfahrt) und wir bestimmt 4,5h unterwegs seien bei sportlichem Wandertempo. Nun ja, in unseren Rucksäcken hatte es noch Lunch der vernichtet werden sollte und dies nicht zwingend während dem Laufen. Da meine Freundin aber eh lieber bergab, als –rauf wandert, entschieden wir uns für die Standardroute im Uhrzeigersinn und lösten ein entsprechendes «5-Seen-Wanderung»-Bahnticket (Erwachsene CHF 39.00, mit SBB Halbtax CHF 19.50)

Die 40-minütige Fahrt mit den Bahnen führte uns erst mit den kleinen Gondeln ab Wangs (509m) nach Furt (1’522m), dort ging’s auf die Sesselbahn nach Gaffia (1’861m) und mit der nächsten Sesselbahn zur Pizolhütte (2’227m) hoch bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel.

Oben angekommen genossen wir erst das tolle Panorama und machten uns dann direkt auf den Weg zum ersten See, dem «Wangersee», gleich unweit links von der Bergstation. Anschliessend ging’s wieder an der Pizolhütte vorbei, dem Wegweiser «5-Seen-Wanderung» folgend, auf einem Zick-Zack-Weg über Steine und Geröll den Hang hoch zur Wildseeluggen (2’493m). Nebst einem kalten Wind, welcher uns da ins Gesicht wehte, empfing uns ein tolles Panorama auf den schönen «Wildsee» mit dem Pizolgletscher im Hintergrund. Langsam zogen einige Schleierwolken auf, aber das war schon fast besser zum Wandern und Fotografieren als einfach blauer Himmel. Auf Grund des kalten Windes, machten wir uns aber rasch auf den Weitermarsch nach ein paar Fotos. Nach dem gefühlten endlosen Aufstieg war nun Zeit, die absolvierten Höhenmeter wieder zu vernichten. Auf einem zum Teil steilen Schotterweg ging es zum «Schottensee». Hier kamen uns noch ein paar Läufer entgegen, welche die Strecke des «Pizol-Challenge» schnaufend absolvierten, aber doch ganz locker raufkamen im Gegensatz zu zwei älteren Damen die sich wohl für die Wanderung im Gegenuhrzeigersinn entschieden haben… Diese wirkten nicht mehr so frisch und wollten auf Grund des bevorstehenden Aufstieges wohl am Liebsten umkehren. Wir aber nutzen den Schwung des Abstiegs um weiterzukommen.

Die Freunde war kurz, der nächste Anstieg über 270 Höhenmeter auf den höchsten Punkt, den «Schwarzplangg» (2’505m) stand an. Ab hier wurden wir stets von «Raya» einer Hündin und ihrem Halterpaar begleitet, mit welchen wir bis am Ende viel Spass hatten. Auf dem Plateau oben konnte man ein herrliches Bergpanorama geniessen – nur der Wind verhinderte, dass man allzu lange verweilen wollte da oben. Gleich dahinter, sprich unten, lag dann der «Schwarzsee» und da verweilten wir eine Weile und genossen unseren Lunch aus dem Rucksack.

Ein weiterer Gegenanstieg führte uns dann Roststall, einer Hochebene voller «Steinmännchen», welche die Landschaft prägen. Auf einem breiten Weg ging es nun runter, stets mit tollem Blick in die Ferne, zum letzten See auf der Wanderung, dem «Baschalvaee». Der letzte Abstieg nach Gaffia hatte es dann nochmals in sich – die müden Beiden und beanspruchten Knie waren nochmals gefordert! Die Hündin «Raya» zeigte immer wieder, dass es schneller gehen müsste: Überholte, wartete, wendete, hing uns an den Fersen… Aber bald war’s geschafft und wir haben die kleine Alpwirtschaft in Gaffia (1’861m) erreicht und gönnen uns noch eine Erfrischung, bevor es vor 16:30 Uhr (letzte Talfahrt) wieder mit der Bahn runter ging.

Fazit: Ein herrlicher Herbsttag verbracht, tolle Panoramen und schöne Seen gesehen, lustige Erlebnisse erlebt und doch ordentlich Bewegung gehabt. Die Wanderung ist doch recht streng und die Abstiege merkt man in den Knien und Oberschenkel. Die Belastung im Gegenuhrzeigersinn ist bestimmt geringer, doch die Aufstiege auch knackiger. Offiziell wird die Wanderzeit mit 4:30 Stunden angegeben, resp. zwischen 4 – 5 Stunden – da waren wir mit 3:14 Stunden wohl eher zügig unterwegs. Auch bei den anderen Daten zeigte unser GPS ein wenig tiefere Daten an gegenüber den offiziellen 750 Aufstiegs- und 1’100 Abstiegsmetern. Dass die bekannte Wanderroute gerade an solchen Tagen viele Wanderer anzieht ist klar, trotzdem war es ok was das Volk betraf. Für eine Wanderung in der Natur ist’s aber schon am oberen Limit, sonst kann ich gleich auf die Rigi oder so ;-)

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