Bike(tor-)tour «Klosters» [Nachtrag]

Die meisten Höhenmeter sind schon geschafft und der letzte Aufstieg zum «Grüenhorn» hat begonnen. Blick zurück auf den «Gotschnagrat» (2'285m). Links und rechts von mir ging's einfach runter... [Nikon D90 mit Tokina AT-X 124 AF PRO DX, 12-24mm, f/4 und Pola-Filter]

Eigentlich war am 23. Juli eine eher ruhige Biketour zum «Grüensee» nähe dem «Durannapass» oberhalb von Klosters geplant. Wie befürchtet, kam’s dann ein wenig anders ;-) Morgens bin ich in Klosters Platz (1'191m) gestartet und es ging die steilen Pfade, anfangs noch Kieswege, hoch Richtung Gotschnagrat (2'285m). Der letzte steile Abschnitt vor dem Gotschnaboden (Mittelstation auf 1'779m) setzte dann aber schon ziemlich zu und so entschied ich mich, Kräfte zu sparen und die letzten 506 Höhenmeter noch die Seilbahn zu nehmen ;-)

Auf dem Gipfel angekommen, bestätigte sich meine Befürchtung: Viele Touris, Wanderer… Naja, es ist ja auch Ferienzeit! Eigentlich sollte mich mein Bike um den «Casanna» (2'557m) zum «Grüensee» führen. Da ich nun aber sah, dass alle Wanderer diesen Weg nahmen, entschied ich mich einfach, dass ich der Krete von «Grüenhorn» (2'501m), «Casanna» nach «Parsennfurgga» (2'435m) entlang gehe und so den Wanderern aus dem Weg gehe… Naja, hier sieht man schon, dass das Wort «gehen» im Satz vorkommt und nicht «fahren» ;-)

Hier meine (Tor-)Tour vom 23.07. im Überblick...Bereits bei der Vorbeifahrt am letzten im Sommer stillgelegten Sessellift vor dem Aufstieg zum Grüenhorn, schaute mich ein Einheimischer, welcher am Zäune montieren war, komisch an und vor allem mein Bike… Naja, dachte mir natürlich dabei nichts ;-) Wenig später wusste ich warum: Der Aufstieg war definitiv nicht für Biker gemacht und ein paar Wanderer kamen mir entgegen mit dem Kommentar, dass da kein raufkommen sei… Hm, gilt doch nicht für mich!

Der Aufstieg auf dem Grat war toll, wenn auch technisch eher schwierig. Das Bike war ab sofort geschultert und zusammen mit gut 7 kg Fotoausrüstung auf dem Rücken war’s ein Balanceakt auf den schmalen, sehr steilen Pfaden. Immer wieder wollte ich umkehren, dachte es macht keinen Sinn und doch, gab’s der Kopf nicht zu… Aber es ging und ich wurde mit einer traumhaften Stille und einem tollen, vom Wetter leicht getrübten Ausblick belohnt. Teilweise musste ich zuerst das Bike nach oben bringen und dann den zurück gelassenen Fotorucksack wieder nachholen – spektakulär und verdammt steil (mehr dazu sieht man im Höhenprofil, nach Kilometer 6)! Der starke Fön tat trug seinen Teil dazu bei, dass es noch schwieriger war, auf den schmalen Pfaden sicher zu gehen… Einmal flog schon fast mein Bike runter, doch ich gab’s nicht her ;-)

Auf dem «Gmeinboden» traf ich unzählige Schafe an, die wohl auch Fragen hatten was ich mit dem Bike da oben machte… Aber auch Schnee lag da noch, aber glücklicherweise nur wenig. Einen Weg hatte es hier nicht mehr, man musste sich das Ziel selbst suchen. Immerhin konnte ich mal wieder ein paar Meter auf dem Radl verbringen und quer über die Wiesen fahren! Nach einem steinigen Abstieg der nicht fahrbar war, traf ich endlich auf der Parsennfurgga ein und ab jetzt ging’s die Skipiste runter auf steinigem Untergrund – der Hammer und Bremsen hielten durch! Nun noch ein riesen Moorgebiet überqueren, klar, das Bike wieder auf der Schulter… Hier war das Motto, den Kühen nach, sonst zog man schnell einen Schuh Dreck aus dem Moor. Nach ca. einer halben Stunde war dies auch geschafft und schon bald blickte ich auf den «Grüensee»: Wow!

Die Heimfahrt führte dann auf sandigen, staubig und steinigen Wegen wieder zurück – was für eine Wohltat: Fahren! Und der Wind meinte es sehr gut mit mir und unterstützte mich mit kräftigem Rückwind! Rückblickend eine tolle 30km-Tour, die ich so aber niemandem empfehlen würde *grins* Gefühl war’s eine Tortour, aus heutiger Sicht aber auch ein einmaliges Erlebnis mit dem Bike!