Biketour «Appenzell-Hochalp»

Gestartet und die Strecke von der Passhöhe der Schwägalp (1'278m) über die Schwägalp (Restaurant) hinter mir. Hier ein Blick zurück mit der Säntis-Luftseilbahn im Bild... Das Bike steht natürlich verkehrt, mein Weg führte in die andere Richtung ;-) [Nikon D90 war im Rucksack dabei]

Die positive Wetterprognosse von gestern für den heutigen Tag bewog mich, mal schnell eine Biketour zu suchen, welche ich heute in Angriff nehmen konnte…

Der Entscheid fiel für ein praktisch neues Gebiet meinerseits: Kanton Appenzell – die Tour Schwägalp Passhöhe, Appenzell, Hochalp und wieder zurück zur Passhöhe wird allgemein als sehr schön bezeichnet (Internetberichte). Offiziell startet die Tour zwar am Bahnhof in Appenzell, doch da die Schwägalp für mich näher ist, entschied ich mich, einfach dort die Tour zu starten.

Entsprechend ging’s kurz vor Mittag bei der Passhöhe (1’278m) los und als erstes rauf auf der der asphaltierten Strasse zur Schwägalp (1’340m), wo sich bereits diverse Schönwetterwanderer auf die «Socken» machten. Das Wetter war auch wirklich herrlich hier oben. Meine Route führte aber ihnen vorbei es ging zur «echten Schwägalp» (1’320m). Von da stand ein kleiner Aufstieg auf Schotter an bis zur «Schwarzhütte» (1’400m). Nun, eigentlich käme nun der genüssliche Schluss der offiziellen Tour: Die 10km lange Abfahrt. Da mein Start woanders war, bin ja noch kaum warm gefahren, ist es einfach eine schöne Pause *hihi*

Die Abfahrt ist anfangs noch auf Schotter, ab «Lehmen» (968m) aber dann auf Asphalt bis nach «Weissbad» (811m). Auf einem schönen Radweg geht’s gemütlich mal rauf, mal runter, bis «Appenzell» (784m) erreicht ist. Hier fuhr ich dann durch Städtchen – hatten heute alle frei? Verweilen wollte ich aber nicht, da bisher die Tour ja sehr gemütlich war, mussten endlich die ersten wirklichen Höhenmeter bewältigt werden – und zwar aufwärts.

Entgegen der eigentliche Tour bei der Passhöhe gestartet, danach über die Schwägalp hinunter nach Appenzell. Weiter ging's via Urnäsch rauf auf die  Hochalp und dann wieder zurück zur Passhöhe... (Beim roten Punkt passierte dann mein Bremsmalheur)Die nächsten Kilometer führten mich stetig aufwärts, allerdings auf dem Trottoir zwischen der Strasse und dem Bahngleis der Appenzeller Bahn bis auf eine Höhe von 877m, Talstation «Jakobsbad», wo es dann endlich weg ging von der Hauptstrasse Richtung «Lauftegg». Was mir nebst dem weiterhin asphaltierten Untergrund nicht gefiel war, dass als ich die Luftseilbahn unterfuhr, die grauen Wolken weiter oben sah… Und ich dachte, wenn der Kachelmann draussen ist, werden die Prognosen wieder zuverlässiger ;-)

An der «Tannen Lauftegg» (1’187m) vorbei, «Schachen Lauftegg» (1’217m) als höchster Punkt ebenfalls hinter mir und endlich mal ein wenig Schotter für mich und mein Bike. Die Freude war aber recht kurz und bald verlief die Abfahrt schon wieder auf einem Strassenbelag – einzige Herausforderung waren tw. die Kühe darauf… Die Strecke führte mich bis zur Hauptstrasse in einem Weiler von «Urnäsch» (833m).

Auf der gegenüberliegenden Seite ging’s aber schon wieder hoch und der Aufstieg zur «Hochalp» (1’530m) war klar zu erkennen. Also, die 700 Höhenmeter in Angriff genommen und ab ca. der Hälfte gab’s auch wiedermal tollen Schotter, vorher natürlich was? ;-) Der Aufstieg machte Spass und ich merkte, dass ich mittlerweile doch wieder recht fit bin! Ein paar andere Biker kämpften sich hoch, doch trotz Fotografenhalten zog ich davon, bis ich endlich auf dem Etappenziel «Hochalp» angekommen war.

Von hier geht’s dann wohl auf’s angeblich schönste Stück der Strecke: Ein echter Trail! Landschaftlich sehr schön eingebetet und wirklich – ein absoluter Spasstrail. Ein paar kleine technische Herausforderungen bot er, doch den als «S2» zu bewerten find ich trotz Stufen ein bisschen gar übertrieben.

Nun kam aber leider noch eine Herausforderung dazu, nein, nicht nur der Sumpf welcher wohl dem nassen Wetter der letzten Tage und Kühen zu verdanken ist: Meine Hinterbremse spinnte! Super, jetzt wo’s bergab ging quer über Stock und Stein… Also mal angehalten, die Zangen wollten sich nicht mehr lösen, abgeschraubt und gemerkt, dass die Belege am Arsch sind! *michärger* Mit Bremsstaub wegpusten und ein wenig den Abstand erhöhen und wieder anschrauben war’s kurz besser, doch leider nicht lange. Bald bremste es einfach immer ein wenig hinten und ein hässliches Geräusch begleitete dies – doch was soll ich machen, das Bike hier lassen? Ne, das musste einfach irgendwie gehen und so weit war’s nicht mehr.

Der nächste Teil der Strecke, quasi wieder ein Aufstieg von «Älpli» (1’350m) bis irgendwo hinter dem «Spicher» bei 1’480m war dann aber nicht wirklich toll. Zwar mal kein Asphalt, aber soviel Sumpf, Wurzeln und Stufen, dass es absolut nicht fahrbar, fast nicht gehbar mit dem Bike war. Nichts tolles und hier wollte man wohl einfach keine Biker haben. Zwischen durch war alles so verschlammt, dass nicht mal mehr die Räder drehten vom Bike – also wurde es kurzerhand in einen Brunnen neben dem „Weg“ gestellt :-)

Irgendwie kam ich auf jeden Fall bis zum «Chräzerenpass» (1’269m), wobei ich sagen muss, dass zuvor doch noch eine tolle Abfahrt, quer über eine Wiese für Freude sorgte. Hier angekommen, kam mir in den Sinn, dass im Netz die folgende Strecke, welche auf die Passstrasse zurück führte, nicht wirklich gelobt wurde, da einfach zu viel Verkehr herrscht. Also bog ich vorher ab und nahm den Waldwanderweg: Ich sollte es bereuen… Unfahrbar und absolut nichts tolles. Bike tragen auf der Schulter war mehrheitlich angesagt, dass die Wurzelstufen überwunden werden konnten. Ok, war kein langes Stück mehr und der letzte Hang zurück zum Parkplatz auf der Passhöhe konnte ich nochmals fahren.

Nun ja, was ist mein Fazit von dieser Strecke? 4:39h war ich unterwegs (Vorgabe 5:35h). legte dabei 49.9km zurück, war auf 1’530m oben und absolvierte brav meine 1’683 Höhenmeter bei verbrannten über 4’500 Kalorien. Das Panorama teilweise sehr schön, vor allem nach der «Hochalp», doch wirklich genial fand ich das Ganze nicht. Mit dem vielen Asphalt lockt man mich als Biker nicht an, da kann ich ja Rennvelo fahren. Als Training war’s ganz ok, doch irgendwie scheint mir bezüglich Biker das Appenzell den Trend noch nicht verstanden zu haben. Was mich noch mehr wundert sind die positiven Bewertungen im Netz.

Für mich ist klar, für’s Biken geht’s wieder in’s Bündnerland oder den Tessin: Die haben’s begriffen, Flims z.B. ist zeitlich für mich gleich weit weg und bieten einfach herrlichen Vielfalt. Ok, das Wallis soll auch genial sein, doch das werde ich wohl ein andermal auskundschaften… Uff, und ich wollte heute doch nur wenig schreiben ;-)

Morgen geht’s erstmal zum «Bikedoktor» und dann such ich mich für kommende Woche im Bündnerland ein paar herrliche Touren mit 2’000 Höhenmetern und zwischen 60 – 70 Kilometern raus, um die letzten Trainingssteigerungen anpacken zu können!

Info gps-tracks.com

Ein Gedanke zu „Biketour «Appenzell-Hochalp»“

  1. Hallo Thomas
    Zuerst mal; schöner Blog und vor allem super tolle Fotos!
    Zum Bericht: Das Appenzellerland hat schon auch tolle Trails. Aber nicht diese Asphaltstrassen auf deiner Tour. Grundsätzlich gilt bei den Appenzeller schon; man muss sich auskenne. Diese eben wegen den Trails, aber auch wo überhaupt gebiked werden kann und wo nur Kuhhäge den Weg versperren.
    Weiterhin schöne Touren. Ich bleibe dran.

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