Biketour «Cimetta»

 Vorteil der steilen Aufstiege ist, dass man rasch Höhe gewinnt *schmunzel* Beim Aufstieg erhaschte man immer wieder einen herrlichen Ausblick, hier auf die Mündung der «Maggia» in den Lago Maggiore... [Nikon D90 war im Rucksack dabei]

Was macht man an einem Dienstag, wo hier schlecht Wetter ist? Richtig, man geht in’s Tessin auf Biketour ;-) Bei herrlichem Sommerwetter (27 Grad) fuhr ich heute eine Tour auf den «Cimetta», der bekannte Locarner Hausberg, deren Trails genial sein sollen – so las ich’s im Bikeblog von Chregu

Gestern Abend also nochmals den Wetterbericht gecheckt, GPS-Track heruntergeladen, Bike und Ausrüstung eingeladen. Heute Vormittag losgefahren, keinerlei Verkehrsprobleme und kaum aus dem langen Tunnel raus: Sommer! Unterwegs noch ausreichend gefrühstückt und somit Energie getankt für den Aufstieg. In Locarno kam dann richtig Sommerstimmung auf, doch war ich ja dort zum Biken. Auto im Central-Parkhaus, gleich beim Casino (nicht günstig, aber zentral ;-)), parkiert – ausgeladen – los!

Von Locarno (193m) aus ging’s erstmal durch’s Städtchen auf kleinen Wegen und dann direkt hoch nach Monti Della Trinità (396m), jeweils links von der «Orselina»-Seilbahn und dort direkt auf der asphaltierten Strasse weiter hoch Richtung Monte Brè (1’000m). Bis hier hatte es auch ab und zu Verkehr, doch ging’s trotz tw. schmalen Strassen ohne Probleme. Zwischendurch konnte man immer wieder einen wunderbaren Panoramablick geniessen. Dank der guten Unterlage konnte ich der Steigung trotzen und sehr regelmässig hochfahren. Meist wählte ich den 2. Gang, damit mein Puls im «normalen» Bereich blieb – zwischenzeitlich auch mal der 3. oder gar der 1. Gang. Oberhalb Monte Brè’s, auf ca. 1’200m gab’s ein kurzes Schotterstück, doch wenig später, war schon wieder Asphalt und es ging relativ steil aufwärts – allerdings nun ohne Autos.

 Ich startete beim Casino in Locarno und fuhr die Tour auf den «Hausberg» im Uhrzeigersinn. Gut sichtbar sind die vielen Zick-Zack-Wege um die entsprechenden 1'679 Höhenmetern im Totalen zu erklimmen...Bei 1’468m Höhe ging mein Weg dann links weg von der «Strasse» und der Traum begann: Ein genialer Trail, alles fahrbar – ein wirklicher Spass und mein Grinsen im Gesicht war wohl riesig. Die querliegenden Baumstämme für den Wasserabfluss war absolut genial und mal wurden sie übersprungen, mal umfahren, mal als kleiner «Jump» benutzt. Der Trail führte unter dem Sessellift von «Cormanicc» hindurch Richtung Alp Cardada, wo es wieder aufwärts ging auf einem Pfad, stets ein Streifen mit so Parkplatzziegeln versehen und somit ebenfalls alles fahrbar – dieser Belag, zusammen mit groben Schotter begleiteten mich dann bis nach ganz oben zur «Cimetta».

Vorher passierte ich noch die Berghütte «lo Stallone»auf der Alp Cardada (1’486). Hier fuhr ich dann auch kurz zum «Kreuz» raus auf der Alp und sah mir einerseits an, woher ich aufgestiegen bin, mit Blick auf die andere Seite aber auch, wohin es noch geht ;-) Also ging’s gleich los – die letzten Höhenmeter bis auf die «Cimetta» (1’672m) mussten bewältigt werden.

Auch hier war alles fahrbar – teilweise die Fahrbahn zwar getrennt von grossen Abflüssen, doch hatte es nebenher schon Spuren von anderen Bikern, welche «Ausweichrouten» in den Dreck fuhren. Die letzten Meter sind dann auf Gras und dann stieg ich endlich ab dem Bike. Schob es die lange Treppenstufen hoch bis zur Plattform: Ziel erreicht! Ein Traumhafter Ausblick entschädigte schon jetzt…

Ein paar Fotos gemacht und dann ging’s runter: Endlich! Selbst die Treppe von der Plattform fuhr ich, da es keine (wenige) Touristen hatte und mit viel Schuss und vor allem Spass ging’s wieder runter zur Alp Cardada. Die breiten Wasserabflüsse wurden nun bei der Abfahrt einfach übersprungen (Klick-Pedalen sei dank). Bei der Alp ging’s dann links runter und ein der Spass wollte nicht mehr aufhören: Genialer Trail, gespickt wieder mit den bereits liebgewonnen Baumstämmen. Später dann im Wald auch Pfade mit Wurzeln und Steinen. Lange war alles absolut fahrbar, wenn auch die Konzentration voll da sein musste. Diesen Weg muss man einfach erlebt haben und Worte, aber auch Bilder, können ihn nur teilweise dokumentieren.

Ein paar Stellen folgten dann noch, wo ich mal absteigen musste. Jeweils aber nur kurz und gleich «flowte» es wieder weiter. Einzig ein Ort wo ich voller Hoffnung war, wurden meinem 100er Fully zuviel oder besser die Bodenfreiheit zuwenig: Der Sturz ging aber dann in Zeitlupe ab und ohne wirkliche Blessuren. Bis auf 600m ging’s stets durch den Wald auf Trails, Pfaden oder geilen Serpentinenwegen. Teilweise gab’s Erhöhungen am Kurvenrand, welche natürlich oft genutzt wurden, um die Kurven optimal zu fahren ;-)

Auf der Höhe von 600m führte mich mein Weg noch über ein paar Treppenstufen – es werden nicht die letzten sein – und dann direkt auf die asphaltierte Strasse zurück. Ich war nicht unglücklich, taten mir doch die Hände und Handgelenke schon ziemlich weh von der Beanspruchung…

Zwischendurch führte mich der Kurs immer wieder auf Querverbindungen zwischen den Strassen: Es waren meist Treppen. Nicht ganz alle bin ich gefahren, doch die meisten musste mein Bike überstehen und tat es auch: Was für ein Spass! in den letzten 11 Monaten hat mein Bike im Gesamten nicht so viele Stufen fahren müssen wie heute ;-)

Oberhalb des Bahnhofs holte ich dann quasi Anlauf und flitze auf der Busspur wieder zum See runter, wo es erst an den Kiosk im Hafen ging um «Flüssignahrung» zu tanken, danach wieder zum Casino, dem Ausgangspunkt meiner Tour, zurück.

Meine Route war ein wenig abweichend vom «Original», da ich irgendwo schon fast in Locarno unten einen «Abzweiger» verpasst hatte. So gab’s angeblich am Ende noch ein paar Meter mehr, dafür wohl eine Treppe weniger ;-) Am Ende standen 32.6 km auf dem GPS, 1’575 Höhenmeter, 3.55h Fahrzeit und meine «Polar» meinte, es wurden 4’218 Kaloren verbrannt.

Nach der Tour wieder alles verstaunt und ab zum See. Gemütlich im Shirt und Shorts am Wasser gelegen, die strapazierten Füsse gebadet und mein Gazosa genossen – Ja, so schön kann Sommer sein! Später gab’s noch Spaghetti und dann ging’s wieder zurück nach Hause – wieder ohne Stau.

Mein Fazit: Geil! *uups* Das Tessin ist immer eine Reise wert und diese Tour ist wirklich der Hammer! Beim Aufstieg überholte ich gesamthaft vier Biker und ein paar wenige Wandere sah ihr auf ihrer Route. Bei der Abfahrt, traf ich gar niemanden. War wohl eine gute Wahl mit dem heutigen Tag – Ich werde ganz bestimmt wieder kommen und diese Tour fahre ich nochmals im Herbst…

GPS-Track: Wie schon im Text erwähnt, habe ich die Tour in «Chregu’s Bikeblog» gesehen, dort findest du auch das entsprechende GPS-File im Post «Wir wähnten uns im Bikehimmel, als die Strasse zu Ende war…», inkl. noch mehr Fotos und seiner Einschätzung, welche für mich die Motivation für heute war…

4 Gedanken zu „Biketour «Cimetta»“

  1. Danke für die «Blumen» Rotscher! Beim Biken habe ich nur noch meine «Kleine» mit Weitwinkel dabei. Konkret: Nikon D90 mit dem «alten» Tokina AF 12-24 F/4 AT-X124 Pro DX.

  2. Im aktuellen «Mountain BIKE – Touren Special» hat der Monte Bré ebenfalls als Tipp für den Spätherbst eine Erwähnung gefunden:

    «Locarno ist der perfekte Ausgangspunkt für sonniger Touren bis spät in den Herbst hinein. Nur ein Problem gibt es: Wo soll man anfangen?
    Zum Beispiel beim Monte Bré, der direkt hinter Locarno aufragt, Lässt sich ein besseres Panorama auf den Lago Maggiore geniessen? Vom Tag weg sind zwar über 1400 Höhenmeter zu überwinden, doch die lohnen sich unbedingt. Flowige Singletrails durch bunte Birkenwälder und eine deftige Abfahrt sind Lohn genug für die Fahrtechniker. […]»

  3. Ja hei Thomas, super Sache! Es freut mich, dass Dir die Tour genau so gefallen hat wie mir. Die Baumstämme waren wirklich toll. Auch ich war sicher nicht das letzte Mal auf diesem Berg.
    Gruss: Chregu

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