Biketour «Lachengrat»

Die ersten Höhenmeter hinter mir beim «Obersee» (975m). Im Hintergrund der «Brünnelistock» (2'133)... [Nikon D90 mit Tokina 12-24 im Rucksack dabei]

Seit meiner letzten hier kommentierten Biketour («San Lucio») ist bereits einige Zeit vergangen. Seither kamen zwar 1’000 km und 20’000 Höhenmeter hinzu, jedoch ohne Fotoapparat und meist nicht erwähnenswert (Ok, bezüglich «Finale Ligure» liefere ich noch etwas nach!). Heute war’s nun wiedermal soweit und es ging, nach all den Trainings ab der Haustüre, endlich ein wenig mehr in die Höhe: Die Lachengrat-Tour stand heute an.

Das Wetter stimmte mich froh und ich dachte, der Schnee hätte sich nun bestimmt zurück gezogen in der Höhe – darauf komme ich später zurück ;-) Also ging’s los Richtung Netstal (GL), wo ich direkt an der Hauptstrasse mein Auto parkierte, Bike ausladen, Rücksack anschnallen und los ging’s. Da ich Netstal startete, standen erst mal drei Kilometer geradeaus fahren an bis nach Näfels (433m) – quasi das Warmfahren von Mensch und Maschine.

Nun ging’s hoch, erstmal die kurvige Strasse hoch zum «Haslensee» auf 728m. Der asphaltierte Untergrund machte den teilweise steilen Aufstieg gut fahrbar und erleichterte die Bewältigung wohl um einiges. Ein Grossteil der Strecke führte durch den Wald und ab und zu erreichte mich doch der eine oder andere Sonnenstrahl der wärmenden Sonne.

Später dann beim «Obersee» (975m) angekommen und hier die ersten Fotos gemacht. Leider aber sah man die Sonne nur aus der Ferne. Das ist wohl der Nachteil der hohen Felswände links und rechts… Stets weiter bergauf, wurde ich zwischenzeitlich von der Sonne angestrahlt und ab «Sulz» (1’371m) wechselte dann endlich der Untergrund von Asphalt auf Schötter, resp. Kies oder Split. Die Freude währte jedoch nicht lange über den neuen Untergrund: Es war verdammt anstrengend und mein Hinterreifen mit nur noch wenig Stollen, kämpfte mit der Traktion. Gefühlt bin ich die nächsten Höhenmeter doppelt gefahren…

Nun, die Sonne war wieder hinter einem Bergspitz verschwunden, erreichte ich die «Lachenalp» genauer das «Stäfeli» auf 1560m. Es zeigte sich, dass es nicht mehr lange geht und ich mit dem Schnee zusammen komme. Die Temperaturen waren einiges tiefer und Schneefelder säumten den sumpfigen Weg. Nachfolgende Höhenmeter absolvierte ich meist stossend bis zur «Oberen Lachenalp» (1’670m). Nun war ganz fertig mit fahren. Schnee wohin mein Auge reichte und ich wusste, dass es noch gut 130 Höhenmeter zu bewältigen gab!

Die Details zu dieser Tour werden auf «Garmin Connect» angezeigt - einfach klickenDen Weg suchend, bin ich oft knietief im Schnee gestanden. Das beste war aber, dass sich meist darunter Bäche und Pfützen bildeten von Schmelzwasser. Ich zählte bald nicht mehr, wie viel mal meine Schuhe komplett einsumpften und das Wasser die Socken durchtränkte. Die letzten Höhenmeter waren sehr anstrengend, der Weg nur dank GPS zu erahnen und das Bike musste ich tragen. Dies führte dann auch dazu, dass ich teilweise mit dem Zusatzgewicht bis zum Schritt im Schnee absoff. Irgendwie kämpfte ich mich aber hoch zum «Längeneggpass» (1’814m), welcher mich über den «Lachengrat» führte – ein Umkehren kam für mich nicht in Frage!

Wow, herrlich war’s da oben und endlich wieder die wärmende Sonne im Gesicht! Der nun anstehende Hang war schön besonnt, was wohl dazu führte, dass sich der Schnee die letzten Stunden in richtigen schönen Sumpf wandelte. Die ersten Meter noch zu Fuss auf dem Trail hinunter, war’s endlich Zeit auf’s Bike raufzusitzen. Der Dreck spritzte nur so in Gesicht, Schlamm und Schnee klebte überall am Bike und die Bremsen quietschten wie ein alter Güterzug – aber sie funktionierten einwandfrei!

Bald war das schlimmste Überstanden, bei der «Oberen Längenegg» (1’691m) wechselte es teilweise vom Sumpf auf Schotter. Gemäss meinem Track gab’s aber noch eine geniale Abfahrt auf der Wiese – ein Fehler wie sich zeigte… Der Untergrund war so rutschig und ich wohl zu schnell, dass es mich auf die «Fresse» knallte und wie ich später feststellte, ging da auch meine Sonnenbrille in den «Himmel». Der Dreck hatte den grossen Vorteil, dass ich keine Schürfungen davon trug, dafür wohl 5 kg schwerer war ;-)

Den Verlust der Sonnenbrille konnte ich verkraften, da diese nun bereits langsam wieder hinter einem Berg verschwand während ich auf dem Schotter- und tw. Rasenziegelpfad via «Chängel» (1’469m) und «Ratlis» (1’240m) rasch die nächsten Höhenmeter wieder vernichtete und schliesslich bei «Schwändeli» (1’043m) in die Asphaltstrasse von «Richisau» kommend einbog. Der «Klöntalersee» nun im Blick, ging’s durch hintere Klöntal. Beim Campingplatz versuchte ich auf die rechte Seite des Sees zu kommen, leider erfolglos. Ein Bagger hatte den Übergang abgebaut, resp. den Zufluss verbreitert, so dass da keine Überquerung möglich war. Also wieder zurück und auf der normalen Strasse runter nach «Seerüti» am anderen Seeende (855m).

Der eigentliche Track würde nun der Strasse nach in’s Tal führen. Irgendwie hatte ich erstens kalte Hände, kalte Füsse (im Klöntal war’s ziemlich kalt und von Sonne nichts zu sehen) und noch Energie für einen Aufstieg. Ich entschied mich also, Richtung «Schwammhöchi» (1’100m) nochmals hoch zu fahren, jedoch nicht zum Restaurant, sondern wenig darunter diesen «Hügel» auf 1’050m zu überqueren. Danach war auch für mich genug und es ging die Strasse im Flug runter nach Glarus. Gleich beim Ortseingang dann links nach «Riedern» (528m) und danach gemütlich noch zurück zum Auto in «Netstal» (467m).

Es tat gut, mal wieder in die Höhe zu biken, neue Landschaften zu entdecken, geniessen und rückblickend auch mich durch den Schnee zu kämpfen – Das GPS meint, ich war 4:09h unterwegs, fuhr 47.13km und absolvierte 1’734 Höhenmeter. Für Touren über 1’700m an Nordseiten ist’s aber wohl zu spät und wohl erst im Frühling wieder an der Zeit… Ich hab’s genossen!

Info gps-tracks.com

4 Gedanken zu „Biketour «Lachengrat»“

  1. Die Tour kenne ich! Der Aufstieg ist oben einfach extrem steil. Die Abfahrt auf der anderen Seite dafür schön in herrlicher Berglandschaft. Die rechte Uferseite vom Klöntalersee ist auch super. Aber nicht an Stosszeiten befahren da es viel Fussvolk hat. Als Abfahrt empfehle ich von der Staumauer den Wanderweg dem Bach entlang ins Tal zu nehmen. Der ist echt gut.

  2. @Chregu: Dank des Föhn’s ist das Glarnerland gerade im Herbst oft noch gut fahrbar, auch in der Höhe. Für mich liegt’s nah und bietet mir die Möglichkeit, auch mal wieder wirkliche Höhenmeter zu fahren…

    @Rotscher: Ja, der letzte Aufstieg ist wirklich extrem und wohl auch ohne Schnee und Sumpf eine Herausforderung. Das nächste Mal fahre ich dann mal dem Bach entlang runter in’s Tal.

  3. Die Tour bin ich auch schon einige Mal gefahren. Hat mir jemand ein Tip für einen guten Downhill vom Klöntalersee (via Schwammhöchi)? Scheint alles irgendwie auf dem Asphalt zu enden.

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