Biketour(-versuch) «Monte Generoso»

Gestartet in «Mendrisio» ging's unspektakulär hoch auf Asphalt bis «Obino» (496m). Da begann der fordernde Aufstieg auf dem alten Römerweg aus natürlichem Kopfsteinpflaster wie hier im Bild... [Nikon D90 mit Tokina 12-24 im Rucksack dabei]

Als ich am Donnerstag mal den Wetterbericht anschaute, war ich überrascht, welch sonnige und eher milde Tage im Tessin für’s Wochenende vorausgesagt wurden. Am Freitag dann entschieden, dass es in den Süden geht und noch kurz eine Tour rausgesucht: Der «Monte Generoso» sollte es werden. Die Spikes mussten noch runter, die normalen Reifen wieder rauf…

Am Samstag früh ging’s bei ziemlichem Schneetreiben hier los Richtung Chiasso. Über den Sattel wähnte ich mich im tiefsten Winter, kaum aus dem Gotthard raus, kamen aber Bikefreuden hoch: Sonne, blauer Himmel und 10 Grad! Die Fahrt ging aber noch weiter bis Mendrisio zum Bahnhof (328m), wo meine Tour beginnen sollte.

Kostenloser Parkplatz in der Nähe gefunden, Bike ausgeladen… Shit, der Vorderreifen ist platt :-( Wohl bei der Ummontage der Reifen am Vorabend ein wenig geschlammt und den Schlauch verletzt. Immerhin, Ersatzschlauch war dabei und da es vor dem Start passierte, gleich eine Tanke angefahren um recht zu pumpen. Kurze Zeit später, die kurzen Hosen montiert, oben lang und es konnte losgehen bei herrlichem Sonnenschein!

Es geht nur aufwärts die nächste Zeit und erstmal vorbei an «Corteglia» (424m), über «Castel San Pietro» (447m) bis nach «Obino» (496m) stets auf Asphalt. Nun ging’s links weg und kurze Zeit später wechselte die Unterlagen auf Kopfstein vom Feinsten, so ein richtiger Römerweg, ohne grossen Unterhalt und stets unter Laub versteckt. Da wusste ich noch nicht, dass mich dieser fordernde Belag bis auf 1’000m hoch begleiten wird.

Der Aufstieg war relativ steil, doch stets fahrbar. Zwischendurch in den schattigen Orten kam ich mit dem einen oder anderen Schnee in Berührung und erreichte schliesslich «Caviano» auf 967m: Welch herrlicher Ausblick hier oben auf die «Po-Ebene»!

Die Details zu dieser Tour werden auf «Garmin Connect» angezeigt - einfach klickenLange geniessen konnte ich es nicht, ich musste schliesslich noch weiter hoch! Nebst dem fordernden Römerweg kam nun immer mehr der Schnee dazu und schliesslich kam’s soweit, dass der Weg komplett zugeschneit war – Hätte ich besser die Spikes drauf gelassen? Der Schnee war relativ griffig und somit auch dieser Abschnitt mehr oder weniger auf dem Sattel zu bezwingen. Ich erreichte «Dosso Bello» (1’097m) und hatte somit die erste Etappe des Aufstiegs geschafft!

Hier ging’s auf einem schönen Weg meist gerade aus, stets begleitet von einem herrlichen Ausblick auf die umliegenden Ebenen und schneebedeckten Gipfel bis «Balduana» (1’096m), wo mich der nächste Aufstieg forderte. Doch schon beim Abzweiger Richtung «Monte Generoso» merkte ich, mein Plan scheint schwierig zu werden… Von Weg und Trail war nichts zu sehen: Nur Schnee! Leute mit Schlitten und Skier kamen mir entgegen, doch ich versuchte es. Fahrbar war’s aber praktisch nicht. Sollte später wieder besserer Untergrund auffindbar sein? Ich musste da hoch!

«Bellavista»(1’202m) erreichte ich zu Fuss, dann konnte ich wieder ein wenig fahren, allerdings im ziemlich tiefen Schnee und erreichte schliesslich die Station «Bellavista» der Zahnradbahn (1’220m) auf den Gipfel. Ein herrlicher Ausblick auf die Alpen und den «Lago Di Lugano» entschädigte für die Strapazen. Der Wanderweg aber hier hab gut eine Stunde Fussmarsch an bis nach oben, doch weg nicht wirklich passierbar. Sollte ich das Bike dem Geleise der Zahnradbahn entlang nach oben tragen? Ich entschied mich dagegen und musste eingestehen, der Dezember war trotz Sonnenschein zu spät um den Gipfel zu erstürmen…

Entsprechend ging’s dann leider runter, zuerst aber wieder durch den Schnee zum letzten Abzweiger. Ich nahm nun die Asphaltstrasse Richtung «Mendrisio» und folgte somit mehr oder weniger der Zahnradbahn nach unten, vorbei an der «Alpa Di Mendrisio» über «Salorino» (562m). Es wurde kühl durch die schattigen Wälder und ich war dann froh, als ich im Dorf «Mendrisio» (328m) wieder ankam…

Da noch Markt war, schlenderte ich dort noch ein wenig durch, genoss das Flair von Mendrisio und dessen imposante Kirchengebäude. Kurz überlegte ich mir, eine andere Strecke noch zu fahren, doch war ich ein wenig planlos und wollte nicht einfach auf der Strasse hin und her fahren… Also einladen und die Spontanität einer Kollegin testen: Erfüllt – es ging somit nach Locarno zum Duschen, Quatschen und dann Essen. Später dann zurück in den Winter, welcher aber dank Regen sich von der milden Seite zeigte auf dem Heimweg…

Es war ein gelungener, spontaner Tag im Tessin, wenn ich mir die Tour auch anders vorgestellt hatte. Aber ja, es ist halt Winter! Dafür habe ich dann zu Hause meinen Flug nach «La Palma» gebucht – Ich werde diesen Winter also noch genug zum Biken kommen :-)

4 Gedanken zu „Biketour(-versuch) «Monte Generoso»“

  1. Sehr schöner Beitrag. Aber Dezember ist Dezember, auch im Tessin. Trotzdem toll in dieser Jahreszeit noch so eine Tour fahren zu können.
    Aber das mit La Palma, naja, da bin ich schon etwas neidisch. Erst recht wenn dann deine schönen Fotos gebloggt werden ;)

  2. Na dann wünsche ich viel Spass auf La Palma.
    War vor einigen Jahren dort und freue mich darauf, meine Erinnerung durch deine Bilder aufgefrischt zu bekommen!

  3. @rotscher: Danke. Ja, das mit dem Winter ist mir nun auch klar ;-) Hoffe mal, dass dafür La Palma entschädigt, allerdings erst im 2011…

    @sandro: Danke dir und werde ich bestimmt haben. Hoffe paar tolle Bilder mitbringen zu können und werde natürlich dann hier wieder berichten…

  4. Toll! Monte Generoso muss ich nächstes Jahr unbedingt mal unter die Räder nehmen. Danke für den Bericht und auch ich freue mich jetzt schon auf die Bilder von La Palma!

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