Biketour «Nationalpark, Scuol – Livigno»

Von Scuol (1'250m) nach S-charl (1'810m) mussten die ersten Höhenmeter überwunden werden – dank blauen Himmel und herrlichem Blick auf den Arfenwald, konnten wir die locker wegstecken – eine Pause hatten wir uns dann aber doch kurz verdient unterwegs… [Nikon Coolpix S6]

Schon lange plante ein Arbeitskollege und ich, den Nationalpark gemeinsam abzustrampeln, nach dem er ein neues Bike gekauft hatte – nun, am 19. war dann DER Tag gekommen. Obschon der Wetterbericht nicht ideal war, entschieden wir uns, das Ding durchzuziehen und reisten am Freitag in’s Engadin. Projektarbeit sei dank, verlief der Anreisetag nicht gerade ideal und so kam es, dass ich nach einer chaotischen Packaktion um kurz nach 20 Uhr am Bahnhof Uster den Kollegen abholte… In Davos gab’s dann kurz vor 22 Uhr noch eine Portion Spaghetti und gegen Mitternacht waren wir dann nach der Fahrt über den Flüela im Hotel Bellaval in Scuol angekommen. Bereits die Nacht zuvor wenig geschlafen, hiess es nun noch auspacken und quasi einpacken für den Tourstart am Morgen… Nicht unbedingt die ideale Vorbereitung für eine körperliche Anstrengung am Folgetag ;-)

Kurz nach 6 Uhr hiess es aufstehen, frühstücken, bereit machen. Als wir die Bikes raus holten, merkten wir wie ar…kalt es draussen war *brrr* Gegen 8 Uhr waren wir dann startklar und die Sonne schien – was sich vor allem auch temperaturmässig positiv zeigte…

Es ging nun also meist auf Asphalt von Scuol (1’250m) nach S-charl (1’810m), später vorbei am wunderschönen Arvenwald «God da Tamangur» auf Naturwegen. Der blaue Himmel, die wärmende Sonne, die Stille, teilweise das rauschen der Bäche begleitenden uns durch die saftige grüne Landschaft, welche uns begeisterte bis zur Alp Astras auf 2’210m) wo wir vom Hirtenhund persönlich begrüsst wurden. Nun fing der Spass beim Biken an und die ersten Singletrails, anfangs noch ziemlich sumpfig, mussten gemeistert werden und führten zum Pass da Costainas (2’251m). Es folgte eine technische, steile Abfahrt bis zur Alp Champatsch (2’090m), wo es dann auf einem Forstweg in höherem Tempo nach Lü (1’920m) und schliesslich nach Val Müstair führte.

Von Scuol über Fuldera führte uns die Strecke nach Livigno, wo wir dann die Tour frühzeitig beenden mussten. Die Hälfte des Plans somit angefahren – leistungsmässig sogar ein wenig mehr…Wasser im Dorf aufgefüllt, Bekleidung auf Aufstieg umgestellt und schon ging’s wieder los oberhalb Sta. Maria durch das Val Vau hinauf zum Döss Radond (2’234m) und weiter durch das traumhafte Val Mora. Ab der Alp Mora (2’220m) führte uns dann ein anspruchsvoller Singletrail zum Passo Val Mora (1’952m) und nun setzte auch noch der Regen ein und es wurde ziemlich frisch und windig – Wieder umziehen war angesagt. Zusätzlich versperrten uns nun auch noch grosse Schneefelder den Weg und es hiess schieben, tragen und im Schnee ‚absaufen’ ;-) Zwischenzeitlich auf italienischem Gebiet angekommen, am Lago di S. Giacomo di Fraéle auf 1’949m vorbei, folgte der Anstieg zur Alpisella auf 2’299m, wo ein erstes Ziel erreicht war und es dann steil hinunter ging zum Lago di Livigno und schliesslich nach Livigno (1’810m). Die eine oder andere kritische Passage hiess es aber bis dahin noch überstehen und ja, das eine Bike wollte irgendwie Richtung Flusstobel fahren *grins* – es ging aber alles gut.

Unterkühlt und nass kamen wir nach ca. 7:30h im Zollfreigebiet an und radelten ein wenig durch’s Dorf, welches trotz Regen von Schnäppchen-Touris überfüllt war. Nach einigem hin und her checkten wir unsere Möglichkeiten für den Heimweg an. Kilometermässig hatten wir die Hälfte der Tour hinter uns, Höhenmeter sogar mehr. Aber da der Schnee auf 2’300m schon den einen oder anderen Weg versperrte und es nun über den Pass Chaschauna (2’694m) gehen musste, sahen wir davon ab, die Tour weiter zu führen. Es gab nun den lang ersehnten Teller Pasta und später ging’s mit dem Bus durch den Tunnel nach Punt la Drossa (Grenzdorf auf der CH-Seite). Hier umsteigen auf’s Postauto und dann zum Bahnhof Zernez. Die Idee bestand nur kurz, die letzten 40km wieder auf dem Bike hinter uns zu bringen – es regnete immer noch…

Also ging’s mit der Rhätischen Bahn nach Scuol und ja, da gibt es Zugwagen, da kann man sogar mit dem Bike drin fahren *schmunzel* In Scuol angekommen, wieder rauf auf’s Bike und runter in unser Hotel – so tun, als wären wir mit Muskelkraft angekommen *grins* Die Bikes mussten dann direkt zum Waschplatz und auch wir freuten uns auf die Dusche! Später ging’s noch gemütlich zum Essen, wo reinhauen angesagt war, schliesslich verbrannte ich die Stunden davor knapp 9’000 Kalorien!

Am Sonntag ging’s dann in’s «Engadin Bad Scuol» zum Ausspannen nach einem feinen und ausführlichen Frühstück. Draussen sah man gut, wie tief die Schneefallgrenze in der Nacht gefallen ist und ab ca. 1’500m der Winter sich erneut zeigte… Die Heimfahrt führte nach kurzem Überlegen über den «Flüela» mit den Sommerpneus auf dem Auto – klar, ist ja auch Mitte Juni ;-) Hier oben hatte es aber zwischenzeitlich gut 10 cm Neuschnee gegeben… Ich komme wieder – spätestens Ende August zum Marathon – aber dann hoffentlich ohne Schnee!

Es war ein tolles Wochenende – trotzdem wir das Ziel nicht ganz erreicht hatten… Aber manchmal muss die Vernunft siegen ;-)

PS: Die «grosse» Kamera musste wegen des Gewichts dieses Mal zu Hause bleiben, doch dank der Kompaktknipse, gibt’s doch den ein oder anderen Bildbeweis der Tour…

3 Gedanken zu „Biketour «Nationalpark, Scuol – Livigno»“

  1. Tolle Tour, schöne Fotos. War letzten Sommer da und das Val Mora habe ich immer noch bestens in Erinnerung.
    Gruss: Chregu

  2. Ins Val d’Uina wollten wir auch noch, war dann aber leider schon etwas zu viel Schnee da – daher haben wir uns entschlossen eher in der Nähe von Scuol die Trails zu entdecken – hat auch viel zu bieten! Müssen aber nächstes Jahr definitiv wieder dort hoch und noch so einige „Bucket List“ Trails fahren :)

    Grüsse aus Luzern
    Armin

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