Biketour «Rasa»

Bis Pozzuolo (1'180m) war der stetige Aufstieg meist auf solchen Wegen, wobei das Laub und die Kastanien nicht überall so schön am Rand lagen… [Nikon D90 mit Tokina AT-X 124 AF PRO DX, 12-24mm, f/4]

Eigentlich wäre ich ja im Militär diese Woche. Da wir aber mit unseren Aufgaben sehr gut vorankamen, entschied ich mich am Mittwoch die „Grünen“ allein zu lassen und die nächsten beiden Tag noch frei zu nehmen. Eigentlich wollte ich in der Zentralschweiz noch auf’s Bike, doch machte mir das Wetter, sprich vor allem der Schnee, einen Strich durch die Rechung. Am Mittwoch Abend noch nach einem Hotel in Locarno gesucht, alles gepackt und dann spontan entschieden, am Donnerstag Vormittag in’s sonnige Tessin zu fahren!

Da kam ich dann kurz nach Mittag auch an und der Wetterbericht hatte recht: Herrliches, sonniges Herbstwetter in Ascona. Allerdings war’s am Schatten dann auch eher kühl mit gut 10 Grad. An der Sonne allerdings bestimmt über 20 Grad!

091016_bassa-di-indemini_map_klGleich bei Ascona parkiert und da stand nun die erste herausgesuchte Tour auf GPS-Tracks.com als Aufwärmprogramm an. Der Start war bei der Post in Ascona (200m), respektive dem was davon auf Grund der Baustelle noch übrig ist. Erstmal kurz an die Piazza herunter gefahren, noch einen Marsriegel gekauft und dann ging’s hoch Richtung «Monte Verità». Wer Ascona kennt, weiss, dass es somit einfach nur hoch geht. Nach den ersten zwei Kilometern auf Asphalt mündete mein Weg dann ab in den Wald. Dort fuhr ich auf dem Vitaparcoursweg weiter und trotz den Höhenmetern, mittlerweile auf 290m angekommen, trampte es sich relativ ring. Auf 380m war dann das Ende des Wegs erreicht und dieser mündete wieder in eine Asphaltstrasse mit Verkehr bis ins Dorf «Corafora». Da hiess es rechts abbiegen und hoch fahren – Dank gut fahrbarer Strasse waren die ersten Höhenmeter ab 400m rasch hinter mir, doch bis zum Etappenziel «Faieda» auf 1’300m zerrte es an den Kräften und die Beine zeigten die ersten Ermüdungserscheinungen. Der Blick auf den Lago Maggiore, Ascona, Locarno und die « Isole Di Brisago» spornte stets an weiter hoch zu fahren. Die letzte Strecke war dann wieder auf Naturwegen und vor allem durch den Wald. Bei ca. 10 cm Laub auf dem Trail eine Herausforderung an’s fahrerische Können ;-) Im Wald war auch der höchste Punkt erreicht und es ging runter zum nächsten Etappenziel «Rasa».

Der Trail blieb sehr anspruchsvoll aber mehrheitlich fahrbar. Einzelne Abschnitte mussten wegen der viele Steine und dem Laub jedoch zu Fuss überbrückt werden. Gegenüber dem was noch folgte, jedoch Kleinigkeiten. Es ging also abwärts, vorbei am malerischen aber ausgestorbenen Bergdorf «Monti» (980m) und kurze Zeit später sah ich schon «Rasa» auf 900m unten. Mit viel Schuss aus dem letzten Trail zog ich eine längere schwarze Spur durch die erste Strasse im Dorf…

Das ursprünglich erhaltene und belebte Bergdörfchen «Rasa» ist auf jeden Fall einen Abstecher wert und gefällt durch die alten, gepflegten Häuser und Gärten. Allerdings könnte man auch die Gondel nehmen, mittels derer es ebenfalls erreichbar ist. Nach einer kurzen Pause und ein paar Fotos im Dörfchen ging’s auf einem schmalen, steilen und steinigen Wanderweg weiter hinunter.

Bis nach «Bordei» auf 720m hies laufen, schieben und Bike tragen… Schon in der Ausschreibung der Tour las ich Kommentare, dass da vieles nicht fahrbar sei mit dem Bike und da ich es nicht glauben wollte, musste ich es nun selbst erfahren! Ja, da überlegte ich mir schon, warum ich den Bemerkungen nicht glauben wollte bezüglich der Fahrbarkeit *ärger* So lief oder ich hinunter, knallte mir ab und zu die Pedale an die Beine bis es blutete, verfluchte den so genannten Trail und hatte einfach null Bock zu laufen…

Danach durfte ich endlich wieder auf dem Sattel: Ach so, so fühlt sich Biken an ;-) Vorbei am Palagnedra-Stausee (440m) ging’s dann in hohem Tempo auf der Asphaltstrasse bis hinunter nach «Golino», wo ich auf den Naturweg entlang der «Melezza» (Fluss) bis zum Maggia-Flussdelta fuhr.

Kurz vor der Einmündung in den Lago Maggiore war für mich das Ende des tollen Wegs erreicht: Erstens war es nun fast dunkel, es war eine Treppe da und nun stellte ich beim Bremsen fest, dass mein Hinterreifen eben platt wurde! *grrrr* Hm, was konnte es sein? Optisch nichts gesehen und somit mal neu aufgepumpt. Nur mit geringem Erfolg: Nach 700m war’s wieder nicht mehr fahrbar. Also entschied ich mich, den letzten Kilometer bis zur Post in Ascona zurück, meine Fahrrad zu stossen – hatte ich heute ja noch fast nie gemacht…

Später im Hotel dann bemerkt, dass ich einen riesigen Dorn im Reifen hatte, der gleich durch alles durch stach. Also hiess es im Bad den Schaden zu beheben, schliesslich soll’s am anderen Morgen wieder auf eine weitere Tour gehen!

Nach 4:31h Fahrzeit, 46.2 km und 1’333 Höhenmetern konnte ich folgendes Fazit ziehen: Es hat sich gelohnt ins Tessin zu kommen und das Wetter war ideal, wenn auch tw. doch ein wenig kühl, zum Biken. Diese Tour empfehle ich nur bedingt weiter. Der Aufstieg war ganz gut und eine tolle Aussicht wurde einem geboten. Schade jedoch, dass beim Aufstieg nur wenig auf Schotter war, sondern meist harter Belag. Die Waldwege waren wegen dem vielen Laub grenzwertig, was aber an der Jahreszeit liegt. Die gar nicht mehr gegebene Fahrbarkeit ab «Rasa» trübte jedoch meine Freude, welche auch durch das malerische Dörfchen nicht wettgemacht werden konnte. Schaut euch «Rasa» doch mal an, aber nehmt die Seilbahn ab «Fermata Verdasio»… Mit dem Bike macht ihr dann eine andere Tour ;-)

Ein Gedanke zu „Biketour «Rasa»“

  1. Hallo Thomas. Diese Tour haben wir ausgeschrieben gesehen von Tourismus Myswitzerland. Die Route könne auch umgekehrt gemacht werden. Also, dachten wir, für uns Hobbybiker problemlos zu schaffen. Wir wählten die Route Ascona – Rasa – Centovalli. Was wir erlebt haben, hast Du in Deinem Bericht treffend beschrieben. Wir haben diese Tour im Juni 2009 gemacht. Auch in dieser Jahreszeit war der Weg von der Krete nach Rasa runter infolge Laub fast nicht zu sehen. Ich verpasste den Wegrand und machte x-Saltos den Wald hinunter. Einmal das Velo unten, dann wieder ich …… Zum Glück blieb es bei ein paar Blessuren und Prellungen. Im vielen Laub habe ich meine Sonnenbrille und den so geliebten Km-Zähler verloren. Einmal und nie wieder diese Tour!

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