Biketour «Rigi Staffel»

 Panormablick beim «Ochsenchneu» über den Lauerzer See zu «Haaggenspitz», «Kleiner Mythen» und «Grosser Mythen» nach den ersten Aufstiegskilometern… [Nikon D90 mit Nikon AF-S Nikkor 14-24mm f/2.8G ED]

Gestern ging’s endlich mal wieder auf’s Bike und ich konnte die schon länger in’s Auge genommen «Rigi-Felsentor»-Tour in Angriff nehmen. Es war ein herrlich für die Jahreszeit sehr milder Tag. Leider war ich einmal mehr spät dran und so fuhr ich erst nach 13 Uhr bei den Waschboxen in Arth los, wo ich das Auto parkierte. Gut gelaunt und mit nicht so trainierten Beinen – das Training kam die letzten Tage viel zu kurz – ging’s dann hoch. Ab dem Start kannte der Weg nur eine Richtung: Hoch!

Anfangs auf Asphalt mit gleichmässigem Anstieg ging’s die ersten gut 600 Höhenmeter hoch bis nach «Fruttli». War’s im Dorf noch neblig, war bei die 800m die Nebelgrenze bereits durchschritten. Der Sonnenschein war den gegenüberliegenden Hängen gegönnt, das Klima aber beim Aufstieg sehr angenehm. In den kurzen Bikehosen strampelte ich die weiteren Höhenmeter nach Fruttli auf Schotter ab.

Nach «Klösterli» wurde es nochmals richtig streng und meine Beine machten sich zwischenzeitlich durch Krämpfe bemerkbar, welche ich versuchte zu ignorieren und einfach, mittlerweile auf Betonplattenuntergrund, weiter fuhr bis zur «Rigi Staffel». Nach am Ende qualvollen 1’100 Höhenmeter war das Ziel erreicht!

Ein herrlicher Ausblick in die schneebedeckten Alpen entschädigte für die Strapazen. Auf der anderen Seite sah ich zum «Rigi Kulm» (1’798m) hoch, welcher heute jedoch nicht erklommen wurde. Für mich ging’s nach einer Weile weiter – endlich aber abwärts! Eine tolle Aussicht begleitete mich bis zum Felsentor. Doch wirklich geniessen konnte ich sie nicht, da ich mich auf den Trail konzentrieren muss, welcher mich stets forderte und tüchtig durchrüttelte. Die ganze Abfahrt ist für geübte Biker jedoch durchgehend fahrbar und ich hatte meinen Spass, dass es mal ohne Schieben und Tragen ging…

Beim «Säntiberg» genoss ich dann die herrliche Stimmung mit dem Blick auf den Vierwaldstättersee nochmals, bevor der letzte Aufstieg (gut 200 Höhenmeter) anstand. Dieser war mit den letzten Kraftreserven geschafft, bevor neues Ungemach anstand: Die Dämmerung setzte ein. Ja, trotz milden Klima ist die Jahreszeit nicht meine Bikerzeit: Es wird einfach zu früh dunkel. Leider blieb auch mein Lampe zu Hause und so hiess es einfach Gas geben und voll in die Pedale treten. Der geniale Trail konnte mit ordentlichem Tempo abgefahren werden.

Doch ab der «Seebodenalp» (1’040m) wurde es dann wirklich dunkel. In den Waldlichtungen ging’s noch und teilweise strahlte das Licht vom Ufer des Zugersees bis nach oben. Im Wald selbst, war’s einfach stock dunkel. Tja, mein GPS musste notfallmässig den Weg ausleuchten, was einigermassen ging. Mit Fahren war aber nicht mehr viel… Selbst beim Laufen musste ich mich teilweise durchtasten und setzte den einen oder anderen Tritt neben den Weg – Selbst Schuld!

Irgendwo ab ca. 630m Höhe wechselte es wieder auf einen breiteren Pfad und in langsamen Tempo, aber wieder auf dem Sattel, ging’s abwärts. Am Ende dann wieder mit ordentlich Schwung und ein wenig Restlicht vom Himmel im Kamikazetempo auf die letzten Meter, bevor ich froh war, wieder die Strassenbeleuchtung als meinen Freund zu Wissen und so zurück zum Start zu kommen.

Die letzten 5 Kilometer waren nicht gerade toll, aber rückblickend doch eine spannende Erfahrung. Mit dieser ungeplanten und zeitraubenden Laufeinlage meinte mein Navi, dass ich 4:19 h unterwegs war (reine Fahrzeit). Am Ende waren’s 35.3 km, 1’522 Höhenmeter und der höchste Punkt, die «Rigi Staffel», auf 1’609m. Für mich eine Tour die kommendes Jahr in’s Pflichtprogramm kommt: Ich fand sie genial, fordernd, aber stets fahrbar mit tollem Ausblick und flowigen Trails! Kann sie nur empfehlen und beachtet, dass es im November früher dunkel wird ;-)

Ein Gedanke zu „Biketour «Rigi Staffel»“

  1. Diese Tour habe ich noch gut in Erinnerung! War mein erster richtiger downhill damals mit meinem hardtail und 100mm Federweg!! Das Überschlags Gefühl war ätzend und ich war heil froh, dass ich diese Tour überhaupt schadlos überstanden habe. Am kommenden Samstag werde ich wieder an der Rigi Staffel stehen aber diesmal mit anständigem Material und Protektoren. Mein brand- neues Bionicon Supershuttle 160mm vorne / 160mm hinten begleitet mich diese mal.

    Gruss Rainer

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