Biketour «Sunneland Oberland»

Das erste Etappenziel bereits vor Augen: Der Bachtel (1'115m)»

Was war das für ein Tag heute! Nach dem ich gestern mit meinem neuen Bike eine erste erfolgreiche Testrunde gemacht habe, galt es heute bei idealen Bikebedingungen ernst und ich plante eine etwas grössere Tour: Es sollte erneut die «Oberland-Tour» werden, welche ich im Januar auf Grund der Bedingungen abkürzen musste.

Am Morgen erst mal genug geschlafen, danach aufgestanden, auf dem Balkon gemütlich gefrühstückt, Rucksack gepackt, umgezogen (kurz/kurz) und ab auf’s Bike – Kurz nach 12 Uhr startete ich dann ab meiner Haustür. Via «Lützelsee» strampelte ich hinter Bubikon vorbei nach Hadlikon. Ich fühlte mich fit, Bike machte riesigen Spass und zügig unterwegs überholte ich doch einige Biker. Nun startete quasi der Aufstieg auf den «Bachtel» ab 571m. Ich schlängelte mich hoch, mal auf Asphalt, mal Schotter, zwischendurch auf Waldtrails. Zwischenziel «Orn» (925m) erreichte ich ziemlich zügig und das «Klettern» mit dem grossen Bike war ein Genuss. Entsprechend die letzten Höhenmeter bis zum Bachtelgipfel auf 1’115m in den Angriff genommen. Für die herrlichen Bedingungen hatte es eher wenig Wanderer unterwegs, was ich genoss. Selbst auf dem Gipfel war’s überschaubar.

Die Details zu dieser Tour werden auf «Garmin Connect» angezeigt - einfach klickenDa ich ziemlich im Schuss war, gab’s einen kurzen Fotostopp und gleich wollte ich weiter, den Trail hinunter Richtung Egg. Aber da kam schon ein interessierter Biker auf mich zu und bombardierte mich mit Fragen zu meinem «Untersatz» – Lefty und grosse Räder ist «noch» was Besonderes ;-) Gequatscht, Sattel runter gelassen (Dank Remote einfach geil) und ab ging’s den Trails runter… Wow, war das geil! Das Ding fährt einfach genial, gibt mir ein tolles Gefühl und rollt einfach über kleinere Unebenheiten… Einzig die Reifen gefielen mir irgendwie nicht, der richtige Grip fehlte mir gefühlsmässig, obschon ich wirklich Druck auf das Vorderrad machte… Naja, erst mal daran gewöhnen.

Danach folgt eigentlich ein genialer Abschnitt mit Schottersträsschen, Waldwegen, Wiesenüberquerungen etc. entlang dem Wald vorbei am «Allmen (1’076m) und «Stüssel» (1’050m) bis zum «Ferenwaldsberg». Auf der Strasse dann nach «Ghöch» und weiter auf der Krete auf einem tollen Wurzeltrail der idealer Untergrund für mein Bike bot – Hammer! Entsprechend zügig ging’s runter nach Steg (694m) und dann eher gemächlich gegenüber wieder hoch bis zum «Hörnli» (1’133m). Ein wenig unterhalb wäre meine Tour offiziell weiter gegangen, doch wenn ich schon fast oben, war es Pflicht, auch bis zur Antenne hoch zu fahren.

Die Gartenbeiz war gut gefüllt, ich erblickte jedoch ein freies Plätzchen gleich am Rand und so sass ich wenig später da mit Rivella und Nussgipfel vor mir ;-) Da ich kein Schloss dabei hatte, stellte ich mein Bike gleich neben mir ab – ein Fehler… Die Blicke zog es auf sich, die Fragen kamen umgehend. Spannend, welche Gespräche sich da spontan ergeben und welche Faszination das Bike ausstrahlt. Ok, ich bin ja auch fasziniert ;-)

Gut gestärkt ging’s weiter, noch ein Foto und runter Richtung «Hulfteggpass» (949m). Der Trail dahin durch den Wald ist genial und dank dem mich die Wanderer dank «Hope»-Nabe frühzeitig hörten und auf die Seite gingen, konnte ich mit ordentlichem Tempo da runter bolzen: Wow! Bei der «Hulftegg» wimmelte es von Motorradfahrern, welche ebenfalls dem genialen Wetter frönten. Diese «Biker» liess ich aber hinter mir und fuhr durch bis zum «Älpli» (957m). Am «Roten» (1’148m) und «Hirzegg» (1’088m) vorbei auf teilweise schnellen Schotterstrassen und manchmal bikestossend die steilen Schottersteigungen überwindend.

Kurz unter dem «Schnebelhorn» (1’292m) gab’s gar noch Schnee an der Nordseite. Den Gipfel selbst bezwang ich nicht. Der steile Wurzeltrail kostete schon genügend Kraft, da ich von unten kam, musste ich hier das Bike stossen und konnte den nicht wirklich geniessen. War hart, als mir zwei Biker mit breitem Grinsen entgegen kamen. Dafür quatsche mich ein Wanderer an, der sich dann als Biker herausstellte und natürlich Fragen zur Lefty hatte ;-) Immerhin konnte ich so nebst dem Bike schieben noch ein wenig quatschen. Kurz später beim Alphütli unterhalb des Gipfels war’s dann für mich geschafft, Gespräch beendet, auf den Sattel und auch ich hatte mein Grinsen wieder im Gesicht.

Das war aber rasch ziemlich dreckig, da hier wohl die Schneeschmelze noch nicht lange her ist und so der Boden ziemlich nass und schlammig war – Entsprechend dreckig war’s auf dem Bike. Hier war das letzte Mal die Tour quasi vorbei und die Dunkelheit eingebrochen. Heute nicht, es ging weiter und somit hoch. Wow, was für ein Trail der einfach flowig geil war! «Schindelberg» (1’154m), Rossegg und «Habrütispitz» (1’270m). Hier beim Kreuz am Berg machte ich nochmals einen kurz Fotostopp und genoss den herrlichen Ausblick, noch nicht ahnend was noch folgte…

Der Trails führte nun einfach gerade den Hang hinunter von 1’230m auf 1’000m runter innerhalb nicht mal 600 Streckenmeter. Was für eine Gaudi! Tja, Salto inklusive… Auf dem Gras im steilen Hang brachte ich einfach keinen Grip auf das Vorderrad und das Bike mit mir rutschte teilweise den Hang hinunter, immer schneller werdend… Da passte ich kurz nicht auf, fasste auf einem kurzen Erdstück Grip und ab ging die Post… Immerhin viel ich nicht zu hart dank dem grasigen Untergrund. Uff, Glück gehabt. Nun folgte noch ein kurzes Trailstück, teilweise schob ich nun aber hinunter, mit dem Adrenalin noch im Körper… Bald war’s geschafft!

Kurz wieder hoch zur «Allemend» und dann war der Anstieg Richtung «Höchhand» (1’314m) angestanden. Grober Schotterweg, Schneefelder, steile Rampen… Irgendwie habe ich mir dies anders vorgestellt. Nach kurzer Zeit merkte ich auf dem GPS allerdings dass ich vom Kurs abgekommen bin und kehrte gleich wieder um. Ich hatte einen Wanderweg verpasst. Uff, dachte ich mir, Glück gehabt. Naja, wohl eher Pech. Der Wanderweg geht extrem steil bergauf durch den Wald, auf unwegsamem Weg. Selbst das Bike hochtragen war eine Herausforderung an den Gleichgewichtssinn. Nach ca. 100 Höhenmetern kam mir ein Wanderer mit Stöcken entgegen und meinte, dass ich wohl kaum da hoch wolle – Kurz überlegend meine Antwort: Doch, da geht mein Weg durch. Er schüttelte den Kopf und wünschte mir noch viel Erfolg beim Tragen.

Ich habe doch die Tour aus dem Netz und der, welche sie reinstellt wird doch wohl gewusst haben, warum ich mich nun hier hoch quälte, dachte ich mir und lief weiter. Ach, mein neues Bike fährt sich also auch einfacher als es sich hochtragen lässt. Aber irgendwie kam ich dann bei einer Abzweigung an und meine Tour meinte, es gehe nun der Höhenkurve entlang durch den Wald. Auf einem schmalen Trail mit viel Laub und teilweise abfallendem Verlauf brauchte ich meine volle Konzentration, was aber glücklich, wiedermal auf dem Sattel vorwärts zu kommen. Bei der «Boalp» (1’140m) war’s dann geschafft, aber erst nachdem ich nochmals einen steilen Wanderweg hochschieben musste.

Warum tat ich mir das an? Jetzt muss ja der Hammer-Trail folgen um dies zu rechtfertigen. Fehlanzeige! Es kam eine asphaltierte Strasse welche mich in hohem Tempo runter führte vorbei an der «Wolfsgrueb» unterhalb der «Scheidegg». Schnell waren die vorher sehr mühsam erarbeiteten Höhenmeter wieder vernichtet. Weiter unten sollte mich mein Weg am «Schmittenbach» entlang durch’s Tobel führen. Sah nach einem geilen, flowigen Trail aus. Doch hing da eine runde Tafel mit rotem Rand und darin konnte ich ein Bike erkennen: Bikeverbot!

Warum plant man eine Tour durch eine Verbotsstrecke? Ich hab mich dann an die Bikerregeln gehalten, bin wieder ein Stück hoch und statt auf dem Trail die Strasse runter nach Wald. Wenig spektakulär, aber dafür effizient.

Nun, die Tour ist jetzt eigentlich vorbei. Was folgte war die unspektakuläre Heimfahrt durch’s «Grundtal» nach Rüti und dann gemütlich zurück nach Hombrechtikon. Nach genau 6 Stunden aktiv auf dem Sattel, 75 Kilometern und 2’374 Höhenmeter war die erste Tour auf meinem neuen Twentyniner Vergangenheit. Mein Fazit vom heutigen Tag: Geniales Wetter, tolle Tour (wenn ich auch den Schluss das nächste Mal anders planen werde), Traum-Bike (Ja, genau das was ich suchte: Big Smile!), ev. Potenzial an den Reifen und ja, es fasziniert, ein Bike mit Lefty und grossen Rädern… Man wird mich noch an vielen Orten antreffen – ich freu mich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.